Inkassounternehmen - Zuverlässige Partner

Inkassounternehmen
Florian Reich
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Wenn einmal eine Forderung nicht bezahlt wird und die Beauftragung eines Inkassounternehmens im Raum steht, stellten sich für Gläubiger oft verschiedene Fragen. Die wichtigsten Fragen zu Inkassounternehmen versuchen wir hier für Sie zu beantworten:

Inkassounternehmen: Was ist das?

Inkassounternehmen beschäftigen sich mit dem Einzug fälliger Forderungen, mit deren Zahlung sich der Schuldner in Verzug befindet. Hierbei sind Inkassounternehmen für Gläubiger aus allen erdenklichen Branchen und Geschäftsfeldern tätig.

Soloselbständige, Versicherungen, Fitnessstudios, Telefonanbieter, Freiberufler und Freelancer, Dienstleister, Handwerker.

Wenn nach dem vereinbarten Zahlungstermin oder einer oder mehrere Mahnungen eine Zahlung des Schuldners ausbleibt, bedienen sich Unternehmer, Selbstständige und Konzerne oft Inkassounternehmen und beauftragen diese mit dem Einzug der Forderungen.

Diese Inkassounternehmen führen dann das komplette Inkassoverfahren von Anfang bis Ende durch: beginnend bei einem außergerichtlichen Inkasso, über das gerichtliche Mahnverfahren, über die Zwangsvollstreckung bis zur Langzeitüberwachung offener Forderungen.

Tätigkeitschwerpunkt von Inkassounternehmen ist damit das Geltendmachen kaufmännisch gemahnter Forderungen gleich ob außergerichtlich oder gerichtlich.

Wie erkenne ich ein seriöses Inkassounternehmen?

Inkassounternehmen haben oft einen schlechten Ruf, da oft das unberechtigte Vorurteile besteht, Inkassounternehmen würden säumige Schuldner unter Druck setzen oder gar bedrohen oder Gewalt anwenden. Manchmal wird daher gezögert ein Inkasso zu beauftragen.

Trotzdem gilt: Sie haben eine Leistung erbracht, für die Ihr Kunde nicht bezahlt hat. Ein Inkassounternehmen hilft bei der Beseitigung dieses unbefriedigenden Zustands.

Inkassounternehmen sollten daher als zuverlässiger Partner gesehen werden, der die Liquidität Ihres Unternehmens sichert. Seriöse Inkassounternehmen handeln sehr bedacht bei der Aufgabe, Ihre Liquidität wiederherzustellen, indem sie Schuldner gezielt ansprechen und Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Schuldenbegleichung aufzeigen.

Was bietet ein seriöses Inkassounternehmen?

Seriöse Inkassounternehmen nutzen die rechtsstaatlichen Mittel, wie außergerichtliche Zahlungsaufforderungen oder das gerichtliche Mahnverfahren, um ihre Forderung durchzusetzen. Im Idealfall versucht das Inkassounternehmen durch einfache und unterschwellige Angebote offene Forderungen einzuziehen, ohne die Kundenbeziehung zu belasten. Ein seriöses Inkassounternehmen wird daher den Fokus nicht auf die Optimierung der eigenen Inkassogebühren legen, sondern auf Ihre Zufriedenheit als Kunden, also eine möglichst hohe Erfolgsquote ohne Störung der Kundenbeziehung.

Natürlich wird ein seriöses Inkassounternehmen auch immer individuelle Vorgehensweisen vorschlagen und abwägen. Hier können die folgenden Punkte relevant werden:

  • Höhe der einzelnen Forderung
  • Will des Kunden für die Inkassodienstleistung zu bezahlen oder eine erfolgsbasierte Vergütung
  • Individuelle Behandlung der einzelnen Forderung oder automatisiertes Verfahren
  • Kommen die säumigen Schuldner aus dem B2B-bereich oder dem B2C-Umfeld
  • Kooperationen mit spezialisierten Anwälten und
  • Zusammenarbeit mit der Schufa als Auskunftsportal für z.B. Adressermittlungen und Bonitätsprüfungen
  • Individuelle Vorgehensweise je nach Kundenbranche
  • Nutzung von moderner IT
  • Gläubiger-Portal oder einen Schuldner-Login-Bereich
  • Mitglied im BDIU e.V. (Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V.)
  • Schnittstellen zur Buchhaltung des Kunden
  • Einfache Beauftragung
  • Besonderer juristische Fachkunde

Registrierung als Inkassounternehmen nach dem Rechtsdienstleistungsgesetzes

Seriöse Inkassounternehmen sind nach dem Rechtsdienstleistungsgesetzes beim zuständigen Amtsgericht registriert.

Voraussetzung der Registrierung als Inkassounternehmen

Nach § 2 Abs. 2 RDG ist die Einziehung fremder oder zum Zweck der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen, wenn die Forderungseinziehung als eigenständiges Geschäft betrieben wird, eine Rechtsdienstleistung, einschließlich der auf die Einziehung bezogenen rechtlichen Prüfung und Beratung (Inkassodienstleistung). Der Betrieb eine Inkassounternehmens fällt somit in den Anwendungsbereich des Rechtsdienstleistungsgesetzes.

Im Rahmen des Rechtsdienstleistungsgesetzes wird dann eine Registrierung bzw. Erlaubnis als Inkassounternehmen erforderlich, § 3 RDG, § 10 RDG. Das Erbringen von Inkassodienstleistungen erfordert nach § 11 RDG eine besondere Sachkunde in den für die beantragte Inkassotätigkeit bedeutsamen Gebieten des Rechts, insbesondere des bürgerlichen Rechts, des Handels-, Wertpapier- und Gesellschaftsrechts, des Zivilprozessrechts einschließlich des Zwangsvollstreckungs- und Insolvenzrechts sowie des Kostenrechts.

Des Weiteren ist nach § 12 Abs. 1 RDG die persönliche Eignung und Zuverlässigkeit Vorrausetzung für die Registrierung als Inkassounternehmen.

Antrag auf Registrierung als Inkassounternehmen

Die Registrierung als Inkassounternehmen ist nach § 13 Abs. 1 RDG bei der „zuständigen Behörde“ zu beantragen. Die Aufsicht über die Inkassounternehmen nehmen je nach Bundesland der GerichtspräsidentInnen der Amts-, Land- oder Oberlandesgerichte wahr.

Die Erlaubnis wird nur nach Genehmigung des Antrags auf Eintragung ins Rechtsdienstleistungsregister erteilt. Erst mit der Eintragung in das Rechtsdienstleistungsregister nach § 16 RDG darf das Inkassounternehmen seine Tätigkeit aufnehmen.

Rechtliche Grundlage für die Tätigkeit des Inkassounternehmens

Der Zweck von Inkassounternehmen ist der Einzug fremder oder zum Zweck der Einziehung auf fremde Rechnung abgetretener Forderungen.

Grundlage des Inkassoauftrags zwischen Gläubiger und Inkassounternehmen ist ein Geschäftsbesorgungsvertrag nach § 675 BGB, ein Auftrag nach § 662 BGB oder ein Dienstvertragsrecht nach § 611 BGB.

Forderungseinzug durch das Inkassounternehmen gegenüber dem Schuldner erfolgt dann auf Basis einer Inkassovollmacht oder einer Sicherungsabtretung.

Im Rahmen der Inkassovollmacht ist der Gläubiger weiterhin Inhaber der Forderung, da er das Inkassounternehmen lediglich zum Einzug der Forderung in seinem Namen ermächtigt. Das Inkassounternehmen wird im fremden Namen gegenüber dem Schuldner geltend.

Bei der Sicherungsabtretung tritt der Gläubiger die Forderung zum Zwecke der Einziehung an das Inkassounternehmen ab. Das Inkassounternehmen wird also Inhaber der Forderung und machte Rechte gegenüber dem säumigen Schuldner im eigenen Namen geltend.

Wann sollte man ein Inkassounternehmen beauftragen?

Das Einschalten eines Inkassounternehmens als Partner im Forderungsmanagement sollte so früh wie möglich erfolgen und kann sogar Forderungsausfälle verhindern.

So kann das Inkassounternehmen bei Zweifeln an der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines potentiellen Kunden für Sie eine Bonitätsprüfungen durchführen, um Forderungsausfälle bereits im Vorfeld zu verhindern.

Bei der Übergabe einer Forderung an ein Inkassounternehmen sollte man jedoch mit Augenmaß vorgehen. So ist es immer möglich, dass ein Inkassoauftrag eine Kundenbeziehung belastet, so dass es oft Sinn macht zumindest zweimal zu mahnen. Auch sind klärende Telefonate mit dem Schuldner hilfreich, bevor eine Forderung ans Inkasso geht.

Gleichzeitig sollte man nicht zu lange mit der Beauftragung eines Inkassounternehmens warten, da die Erfolgsquote abnimmt je älter die Rechnung ist.

Aufgaben des Forderungseinzugs schnell an Inkassounternehmen delegieren

Sollte der Schuldner auf eine oder mehrere Mahnungen nicht reagieren sollten Sie nicht zögern ein Inkassounternehmen zu beauftragen. Das Frühzeitige einschalten eine Inkassounternehmen garantiert einen effektiven Forderungseinzug ohne Rechtsverluste und verhindert eigene Kosten in Ihrem Unternehmen, da Sie sich nicht mehr selbst um die offene Forderung kümmern müssen und sich auf Ihr Kerngeschäft konzentrieren können.

Zahlungsverzug als Voraussetzung für die Einschaltung eines Inkassounternehmens

Voraussetzung für die Beauftragung eines Inkassounternehmens mit dem Einzug einer Forderung ist, dass sich Ihr Schuldner in Verzug befindet. Der Schuldner befindet sich nach § 126 BGB in Verzug, wenn eine der folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:

  • Der Schuldner wurde gemahnt. Eine bestimmte Anzahl von Mahnungen ist nicht nötig, eine Mahnung reicht regelmäßig aus.
  • In Ihrer Rechnung ist ein bestimmtes Fälligkeitsdatum beinhaltet. Ist der Schuldner seiner Zahlungsverpflichtung bis zum Ablauf dieser Zahlungsfrist nicht nachgekommen, befindet er sich automatisch in Zahlungsverzug.
  • Ein Schuldner, der Unternehmer – also kein Verbraucher oder Privatperson ist, gerät ohne einen ausdrücklichen Hinweis des Gläubigers oder eine Zahlungsfrist in Zahlungsverzug, wenn er die offene Rechnung nicht innerhalb einer Frist von 30 Tagen gezahlt hat. Bei einem Verbraucher oder eine Privatperson, ist durch Sie als Gläubiger auf diese Frist hinzuweisen.

Ab welcher Forderungshöhe lohnt es sich, ein Inkassounternehmen einzuschalten?

Es gibt keine Mindestforderungshöhe um eine Inkassounternehmen einschalten zu können. Auch Kleinstforderungen müssen vom Kunden bezahlt werden und sollten daher eingetrieben werden.

Dies gilt umso mehr, wenn Sie ein Unternehmen sind, dass niedrigpreisige Produkte und Dienstleistungen anbietet. Gerade hier summieren sich dann auch geringe Rechnungsbeträge, können sich aufsummieren und Ihr Unternehmen in wirtschaftliche Schieflage bringen.

Damit auch bei kleinen Forderungen eine effektive Abarbeitung der Inkassoaufträge möglich ist, bieten wir bei paywise verschiedene Möglichkeit ein Inkasso ohne großen Aufwand zu beauftragen, z.B, auch Dokumentenupload, Stapeleinreichung von Rechnungen, Import von Excel-Listen oder Datenschnittstellen (REST-API).

Wie gehen Inkassounternehmen vor?

Inkassounternehmen gehen regelmäßig wie folgt vor:

Außergerichtliche Aufforderungen durch das Inkassounternehmen

Im ersten Schritt wird das Inkassounternehmen versuchen, die offenen Rechnungen außergerichtlich einzufordern. Hierfür fordert das I Inkassounternehmen Ihren Schuldner per Brief, E-Mail, Whatsapp zur Zahlung auf. Gegebenenfalls wird Kontakt per Telefon aufgenommen. Die meisten Fälle lassen sich durch das außergerichtliche Inkasso klären.

Gerichtliches Mahnverfahren

Falls das außergerichtliche Inkasso nicht zum Erfolg führt, wird das Inkassounternehmen deinen Mahnbescheid beantragen.

Zunächst wird ein Mahnbescheid beantragt. Wenn der Schuldner keinen Einspruch einlegt, wird ein Vollstreckungsbescheid erlassen. Wenn der Schuldner auch gegen den Vollstreckungsbescheid keinen Widerspruch einlegt, ist die Forderung tituliert und kann 30 Jahre lang eingetrieben werden.

Zwangsvollstreckung

Mit rechtskräftigem Vollstreckungsbescheid kann die Forderung im Wege der Zwangsvollstreckung durchgesetzt werden. So kann ein Gerichtsvollzieher mit der Zwangsvollstreckung beauftragt oder eine Kontopfändung durchgeführt werden.

Langzeitüberwachung

Kann die offene Forderung auch im Wege der Vollstreckungsmaßnahmen zunächst nicht beglichen werden, nimmt das Inkassounternehmen die Forderung in die Langzeitüberwachung und versucht in regelmäßigen Abständen, die Forderung einzuziehen.

Welche Gebühren fallen bei der Beauftragung eines Inkassounternehmens für meine Schuldner an?

Wer seine Rechnung nicht bezahlt hat, muss damit rechnen, dass weitere Kosten entstehen. So muss der Schuldner die Kosten für die Einschaltung eines Inkassounternehmens vollumfänglich tragen, wenn er sich im Verzug befindet.

Die Höhe des Verzugsschadens ist in § 4 Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) geregelt und der Höhe von Anwaltskosten angeglichen und hängen von der Forderungshöhe und dem erforderlichen Umfang ab, der nötig ist um die Forderung einzuziehen.

Auftraggeber eines Inkassounternehmens müssen regelmäßig keine Zahlungen an das Inkassounternehmen leisten, da die Kosten vollumfänglich vom säumigen Schuldner getragen werden müssen.